forchheimer informations technologie (f.i.t.) nimmt neuen Anlauf
Forchheim. "f.i.t.", ein Zusammenschluss Forchheimer IT-Unternehmen, will das Spektrum erweitern und sich für Firmen aus dem Landkreis öffnen. Die Initiative - ein Kind der Forchheimer Wirtschaftsförderung, unterstützt von der Sparkasse Forchheim - wurde nach der Gründung vor 4 Jahren (15 Firmen waren damals beteiligt) zuletzt von nur wenigen aktiven Firmen getragen. Nun wollen Drazen Burek (Drazen Burek GmbH), Walter Sacher (AdPoS), Gereon Schubert (HMS GmbH), Frank Brinke (Foto Brinke) und Alexander Dittrich (faktor i) die Idee unter neuen Gesichtspunkten fortführen und suchen dazu engagierte Unternehmen aus dem IT-Bereich, die sich aktiv beteiligen möchten.
Bei einem Pressegespräch informierten die genannten Unternehmen - unterstützt von Sparkassen-Vorstand Harald Reinsch, Landrat Reinhard Glauber und Forchheims OB Franz Stumpf sowie den Wirtschaftsförderern der Stadt Forchheim, Heinz Schwab, und des Landkreises, Dr. Andreas Rösch- über die "neuen alten" Ziele der Initiative. In seinem Grußwort bekräftigte Harald Reinsch die Unterstützung durch die Sparkasse, da gerade im Bereich "Electronic Banking" viele Fragen aus dem IT-Umfeld auftauchten, die man am liebsten mit Partnern vor Ort gelöst sähe. Die Sparkasse wird sich übrigens in Gestalt von Udo Schönfelder (Abteilungsleiter Medialer Vertrieb) aktiv beteiligen.
Unveränderte Situation
Der Grundgedanke bleibt gleich - schließlich hat sich die Situation in den letzten vier Jahren kaum gebessert. Die Kommunikation zwischen den IT-Unternehmen im Landkreis Forchheim ist nach wie vor verbesserungswürdig, eine gemeinsame Plattform ist nicht vorhanden. Die Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis können auch nur entsprechende Initiativen anstoßen und fördern: "Etwas draus machen" ist dann Sache der beteiligten Unternehmen.
Und draus machen ließe sich vieles. Wie Drazen Burek ausführte, sind nach den ihm vorliegenden Zahlen in den ca. 7000 Unternehmen des Landkreises Forchheim knapp 21.000 PCs installiert. Bei einem angenommenen Investitionsaufwand von 1000 Euro pro Arbeitsplatz und Jahr (Hardware, Software, Reparaturen, Vernetzung, Schulung etc.) sind das 21 Millionen Euro pro Jahr(!), die derzeit zum überwiegenden Teil den Landkreis verlassen. Der Grund? In den meisten Fällen sei gar nicht bekannt, dass die benötigten Leistungen auch von Firmen in direkter Nähe erbracht werden könnten.
Propheten im eigenen Lande?
So wundert sich Burek, dass seine Dienstleistungen (Training, Projekt- und Prozessmanagement) zwar weltweit gefragt seien (zuletzt in Brasilien, Anm. d. Red.), er aber in Forchheim bisher kaum Kunden habe. Auch von AdPoS ist kaum bekannt, dass die Firma - ein Shooting-Star unter den Forchheimer Unternehmen - einer der Marktführer auf dem Gebiet der unterbrechungsfreien Stromversorgung ist. Großprojekte in aller Welt bestätigen dies eindrucksvoll, in Forchheim dagegen ist erst die Sparkasse "auf den Dampfer gekommen". Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen, getreu dem Motto "Der Prophet gilt im eigenen Lande nichts".
Aber auch gemeinsame Projekte der IT-Firmen sind eher die Seltenheit, dabei bieten sich gerade hier große Synergiepotentiale. Wie Alexander Dittrich berichtete, habe man eben mit einem gemeinsamen Stand (faktor i, Burek GmbH, Foto Brinke) auf der OFRA 2003 gute Erfahrungen gemacht. Durch die Kooperation sei es gelungen, den Aufwand für das einzelne Unternehmen deutlich zu senken - nicht nur im finanziellen Bereich, auch bei der Organisation (Messestand, Technik, Standbetreuung, Werbung etc.). Auf diese Weise wären gemeinsame Auftritte bei regionalen Messen auch für kleinere Firmen (bezogen auf die Zahl der Mitarbeiter) realisierbar.
Eine Messe war es auch, die den Stein wieder ins Rollen brachte. Zuletzt trafen sich die "Kernfirmen" von f.i.t auf der IT-Messe der Sparkasse im Juni - unabhängig voneinander, ohne gemeinsames Programm. Bei zahlreichen Diskussionen kam der Gedanke auf, f.i.t. doch wieder mehr als gemeinsame Plattform zu nutzen. Und als dann der Forchheimer Wirtschaftsförderer Heinz Schwab erneut auf die Firmen zukam, setzten Drazen Burek, Gereon Schubert und Alexander Dittrich die Idee um.
Flyer, Website, Workshop
Als erstes Ziel wurde die Aktualisierung des gemeinsamen Flyers ins Auge gefasst. Diese Informationsbroschüre soll an alle im Landkreis ansässigen Firmen verteilt werden. Auch eine Website wurde kurzerhand eingerichtet: Unter www.f-i-t.biz stehen aktuelle Informationen der Initiative bereit. Künftig soll auch die Kommunikation der Firmen über eine Internet-Plattform abgewickelt werden, "anders ist das ja kaum sinnvoll", so Alexander Dittrich (faktor i).
Was soll anders werden als beim Start vor 4 Jahren? Die f.i.t. - Organisatoren legen Wert auf die Aussage, dass "aktive" Partner gesucht seien. Nur mit dem Beitritt sei der Sache nicht gedient, aktive Beteiligung sei gefordert, nur dann bringe die Initiative auch etwas. Auch werde diesmal ein Beitrag von 100 Euro pro Jahr erhoben. Was bekommt ein Unternehmen als Gegenleistung? Denkbar ist vieles: Gemeinsame Werbe- und Marketingaktionen, interne Qualifikationsmaßnahmen, gegenseitges Consulting ... . Das alles soll auf einem ersten Workshop am Dienstag, 4. November um 19 Uhr in den Räumen der Sparkasse Forchheim (Schulungszentrum, Eisenbahnstrasse 7) geklärt werden. Eingeladen sind alle IT-Unternehmen bzw. Mitarbeiter aus IT-Abteilungen ansässiger Firmen, die Interesse an einer gemeinsamen Aktionsplattform haben. Anmelden können sich die Firmen bei den Wirtschaftsförderern der Stadt Forchheim, Heinz Schwab, und des Landkreises, Dr. Andreas Rösch.
Informationen im Netz unter www.f-i-t.biz
(Bericht im Neuen Wiesentboten)